Die Jugend ist digital, vernetzt – und zunehmend KI-affin: Die aktuelle JIM-Studie 2025 (Jugend, Information, Medien), herausgegeben von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), zeigt, wie sich das Medienverhalten von 12- bis 19-Jährigen weiter verändert. Vor allem drei Entwicklungen sind für Radiosender in der DACH-Region besonders relevant.

1. Radio bleibt – aber verliert an Reichweite

Etwa die Hälfte der Jugendlichen hört regelmäßig Radio, 27 % täglich. Das ist ein Rückgang um 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch: 58 % haben einen Lieblingssender, bei den 12- bis 13-Jährigen ist die Nutzung sogar etwas höher als in anderen Altersgruppen.
➡︎ Heißt konkret: Die Bindung an starke Marken funktioniert – Radiosender sollten diese Identifikation bewusst stärken und nutzen.

2. KI wird zur Infoquelle – Vertrauen ist relativ

70 % der Jugendlichen nutzen KI-Tools wie ChatGPT zur Informationssuche – ein Plus von 27 Prozentpunkten gegenüber 2024. Damit liegt KI bereits auf Platz zwei hinter Google. Über die Hälfte nutzt KI auch zur Erklärung komplexer Themen, 57 % halten die Ergebnisse für glaubwürdig.
➡︎ Bedeutung für Radiosender: Es braucht journalistische Qualität, die transparent, zugänglich und nachvollziehbar bleibt – gerade gegenüber automatisierter Information.

3. Social Media als Nachrichtenquelle

WhatsApp bleibt die Top-App, gefolgt von Instagram und Snapchat. Besonders auffällig: Fast 50 % der 16- bis 19-Jährigen folgen News-Influencern, z. B. auf TikTok oder YouTube.
➡︎ Empfehlung: Radios sollten ihre Informationsangebote dort platzieren, wo Jugendliche sie suchen – in snackable Formaten, plattformgerecht aufbereitet.

4. Medienmüdigkeit trotz Dauernutzung

Die durchschnittliche Bildschirmzeit liegt bei fast 4 Stunden täglich, die Selbstregulation fällt schwer. Besonders vor dem Schlafen beeinflusst das Medienverhalten Gesundheit und Stimmung.
➡︎ Ansatzpunkt für Audio: Entschleunigende Formate, verlässliche Routinen und gezielte Inhalte zur „digitalen Hygiene“ könnten punkten – z. B. Abendformate oder Podcasts für bewusstes Runterkommen.

Fazit

Die JIM-Studie 2025 zeigt klar: Die mediale Welt junger Menschen verändert sich rasant – Radio muss kein Verlierer sein, aber es muss sich weiterentwickeln. Die gute Nachricht: Wer eine starke Marke, authentische Stimmen und journalistische Qualität bietet, bleibt relevant – auch zwischen ChatGPT und TikTok.

Quelle: JIM-Studie 2025, herausgegeben von LFK, mpfs, SWR & Medienanstalten