Podcasts sind längst keine rein journalistische Nische mehr – sie werden zur Erlebnis‑ und Markenwelt. Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie vielseitig das Medium heute eingesetzt wird:

  1. Der US‑Netzwerkverlag PodcastOne startet am 13. November 2025 den wöchentlichen Podcast Help Me, I’m Single mit Dating‑Coach und Matchmakerin Blaine Anderson. Teil Reality‑Show, Teil Comedy, Teil Coaching‑Session – mit Einzelgästen, die sich Dating‑Interventionen unterziehen.
  2. Auch Marken machen Audio zum Erlebnis: Die Keks‑Marke Pick Up! (Hersteller: Bahlsen GmbH & Co. KG) startet den achtteiligen Podcast Up!Date by Pick Up mit Host Daniele Gieron – Thema: „Dating, Love & Life“ in der jungen Zielgruppe (16‑28 Jahre).

Was heißt das konkret für Radiomacher?

Chancen für Radiomarken:

  • Marken‑ und Imageverstärker: Diese Formate verbinden Unterhaltung mit Lebenswelten der Zielgruppe – perfekt, um eine Sender‑Brand emotional aufzuladen.
  • Community‑Bindung: Mit Formaten, die bewusst außerhalb der klassischen Musik‑ oder Talkshow‑Routine liegen, kann eine Radiomarke neue Hörer erreichen oder bestehende intensiver binden.
  • Neue Werbe‑ und Kooperationsräume: Marken‑ oder themengetriebene Podcasts bieten Platz für Sponsoring, Crosspromotion und „Audio‑Erlebnisse“ – Sender können hier aktiv mitgestalten.
  • Mehr Plattform‑ und Zielgruppen‑Reichweite: Während klassisches Radio oft linear gedacht ist, funktioniert Audio on demand, speziell für jüngere Zielgruppen, sehr gut – mit gezielten Episoden, Seriencharakter und Mehrwert‑Inhalten.

Worauf Sender beim Aufbau achten sollten:

  • Format‑klarheit: Ist es Coaching, Unterhaltung, Markenstory oder Community‑Talk? Die Hörer erwarten Klarheit – und Marke sowie Gastgeber müssen authentisch wirken.
  • Zielgruppenfokus: Das Beispiel Pick Up zeigt klar: Junge Zielgruppe, Thema Dating – passend zur Marke. Wer eine junge Hörerschaft erreichen will, muss content‑ und tonal Boden mitbringen.
  • Integration ins Sender‑Ökosystem: Podcasts sollten nicht nur „ein zusätzlicher Output“ sein, sondern klar in die Sender‑Marke eingebettet werden – z. B. als „Podcast des Hauses“, Multi‑Platform‑Promotion, Social Media Begleitung.
  • Messbarkeit & Monetarisierung: Themenformate eignen sich gut für Kooperationen. Wichtig: Hör‑ oder Nutzungszahlen, Verweildauer, Engagement messen – damit Podcast nicht nur Nebenprodukt bleibt.
  • Redaktionelle Haltung: Auch wenn das Format unterhaltsam ist, gilt: Qualität, Authentizität und Mehrwert zählen – gerade wenn Audio‑Marken im Wettbewerb um Aufmerksamkeit stehen.

Fazit

Die neuen Dating‑ und Coaching‑Podcasts zeigen: Audio kann weit mehr sein als klassische Musik oder Talk – es wird Erlebnis, Marke, Community. Für Radiosender heißt das: Keine Scheu vor „anderen“ Formaten – im Gegenteil: Wer heute auditive Markenstärke aufbauen will, sollte solche Formate aktiv denken und gestalten.

Quelle: DWDL.de, Audio‑Update vom 13.11.2025 – „Keks‑Riegel Pick Up hat nun einen Dating‑Podcast“