Radio gilt oft als traditionelles Medium – doch Projekte wie WSQK beweisen das Gegenteil.
Global (UK) und Netflix haben für die neue Stranger-Things-Staffel einen eigenen Radiosender produziert: WSQK – The Squawk, ein 24/7-Programm, das sechs Wochen lang komplett im Serienuniversum spielt.
Und das Ergebnis ist spektakulär.
Ein Radiosender als Markenwelt: So funktioniert WSQK
WSQK ist als fiktive Station aus Hawkins, Indiana inszeniert – der Heimat von Stranger Things.
Das Besondere: Die Illusion ist absolut konsequent umgesetzt.
- 80er-Jahre-Jingles, produziert im authentischen Stil
- echte Moderatoren, voicegetrackt, perfekt im Ton der Serie
- Rubriken wie „Rewind um 9“
- Nachrichten im 80er-Duktus
- fiktive Werbespots für die Geschäfte in Hawkins
- Musik ausschließlich aus der Serie
- Vintage-Audioprozessor (Inovonics FM250) für echten 80er-Sound
- keine plumpe Werbung für Stranger Things – nur subtiler Branding-Rahmen
James Cridland beschreibt es treffend:
„Die Detailtiefe ist beeindruckend – alles ist sorgfältig gebaut, damit der Hörer vollständig im Serien-Universum bleibt.“
Das Ergebnis:
Ein Radiosender, der nicht wirbt, sondern eine Welt baut.
Ein Sender, der nicht erklärt, sondern fühlen lässt.
Ein Sender, der nicht Produkte verkauft, sondern Erlebnisse erzeugt.
Spotify schaffte zur gleichen Serie lediglich ein paar Playlists.
Warum dieses Projekt so wichtig ist
WSQK zeigt in Perfektion, wie vielseitig Radio heute sein kann:
- immersiv
- transmedial
- hochproduziert
- storygetrieben
- detailverliebt
- emotional aufgeladen
Es ist ein Beispiel dafür, dass Radio nicht nur „Linearfunk“ ist,
sondern ein kreatives Storytelling-Tool, das:
- Marken auflädt
- Welten erweitert
- Fans aktiviert
- Nostalgie triggern kann
- Community stärkt
Kurz:
Radio kann Dinge, die Social und Streaming nicht können.
Was Radiomacher in D/A/CH daraus lernen können
1. Radio kann Welten bauen – nicht nur Musik mischen
WSQK beweist, dass Radio ein Format ist, mit dem sich ganze Storyuniversen aufbauen lassen.
Auch deutsche Sender können solche immersiven Welten schaffen:
für Serien, Festivals, Städte, Marken oder eigene Kampagnen.
2. Radio ist ein unterschätztes Branding-Tool
WSQK ist eigentlich kein Radiosender –
es ist eine Branded-Audio-Kampagne,
professionell produziert und emotional perfekt.
Das könnte auch hierzulande funktionieren –
für große Marken genauso wie für regionale Partner.
3. Nostalgie funktioniert
Der 80er-Sound ist nicht Zufall, sondern emotionaler Verstärker.
Auch deutsche Sender könnten stärker mit Retro-Ästhetik, Nostalgie und Popkultur arbeiten.
4. Detailtiefe lohnt sich
Der Erfolg von WSQK liegt nicht in der Idee, sondern in der Konsequenz:
Alles ist stimmig, nichts wirkt billig.
Für Sender:
Wenn man etwas macht, bitte richtig.
5. Radio kann Events, Serien und Releases aufwerten
WSQK ist Promotion – aber auf Weltklasse-Niveau.
Es zeigt: Audio kann Crossmedia-Promotions nicht nur ergänzen, sondern tragen.
Fazit: WSQK ist ein Weckruf für die Branche
Dieses Projekt zeigt, wie innovativ Radio sein kann – wenn man es lässt.
Es vereint Kreativität, Technik, Storytelling, Branding und Fan-Service.
Für Radiomacher in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das:
–> Radio hat riesiges Potenzial – es wird nur oft nicht genutzt.
–> Marken könnten viel stärker in Audio denken.
–> Sender sollten mutiger experimentieren.
–> Audio kann einzigartige Welten schaffen, die andere Medien nicht bieten.
WSQK ist nicht nur ein Marketinggag.
Es ist ein Beweis dafür, dass Radio 2026 relevanter, kreativer und wirkungsvoller sein kann als viele glauben.





